Die Universität Kassel plante einen Neubau für die Erziehungs- und Sprachwissenschaften, um das in diesem Fachbereich bestehende Flächendefizit auszugleichen. Hauptsitz der Universität ist der Holländische Platz nahe der Kasseler Innenstadt. Das Bauvorhaben, gerade hier an der südlichen Peripherie des Universitätsquartiers sollte helfen, die Standorte an einer Stelle zentral zu bündeln und zugleich ihre Wahrnehmbarkeit als bauliches Markenzeichen im städtischen Kontext zu stärken.
2004 wurde im Rahmen eines Wettbewerbs das junge Architekturbüro ATELIER 30 Architekten aus Kassel als Gewinner ermittelt.
Der Siegerentwurf stellt zwei polygonale Baukörper gegenüber, deren Formen von der Straßenflucht, den nördlichen Bestandsgebäuden und dem quer durch das Gelände verlaufenden Bach Ahna beeinflusst werden.
Ensemble - Ansicht aus Süden
Auf bis zu sieben Etagen mit einer Hauptnutzfläche von ca. 6500 m² verteilen sich Seminarräume und Büros. In einem der Baukörper wird zudem der Fachbereich Musik mit einem großen Veranstaltungsraum im Erdgeschoss untergebracht. Blickachsen und Bezüge sind innerhalb der einzelnen Geschosse asymmetrisch angeordnet, was sich auch in der Fassade deutlich widerspiegelt. Der Wechsel zwischen Fensterbändern und Naturstein erzielt dabei einen beabsichtigten skulpturalen Eindruck.
Bauherr ist das Land Hessen im Rahmen des HEUREKA-Programms,vertreten durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst in Abstimmung mit dem Hessischen Ministerium für Finanzen.
Modellfoto
Freiflächengestaltung
Das Hessische Baumanagement war mit der Projektleitung beauftragt und konnte bereits Mitte Mai 2009 das Richtfest für den Neubau feiern. Bezugsfertig wurde das Gebäude im Frühjahr 2010.